Beim Überfangglas handelt es sich um farbiges Glas, welches nicht durch und durch gefärbt ist.
Eine kleine, noch heiße Kristallhohlkugel wird mit einem Stück erwärmten Farbzapfen überzogen. Es entsteht ein Zweischichtenglas. Erst dann wird das nun farbige Glas weitergeformt.
Auftreiben
Das bereits in einer Form oder frei von Hand geformte, noch heiße Glas wird an der der Glasmacherpfeife gegenüberliegenden Seite auf ein so genanntes "Eisen", eine Metallstange umgeheftet und von der Pfeife abgeschlagen. Die Kappe, an der die Pfeife saß wird abgeschlagen. Nach dem aufwärmen im Ofen kann die Öffnung des Gefäßes von Hand mit einem Holzstab geformt und aufgeweitet (aufgetrieben) werden.
Optik
Das noch heiße Glas wird unmittelbar vor dem Einblasen in die endgültige Form in eine so genannte Vorblasform aus Metall gedrückt bzw. leicht eingeblasen. Diese Form kann z.B. eine Lamellenstruktur, eine Karostruktur oder eine Kugeloberfläche aufweisen. Im fertigen Stück ist diese im Glas eingelassene Struktur dann erkennbar.
Blasenglas
Auch Perlglas oder Schaumglas genannt. Das noch heiße Glas wird in Sägespänen gewälzt und sogleich mit flüssigem Glas überzogen. Die Holzspäne verbrennen rückstandsfrei und das dabei entstandene CO2 bildet Bläschen im Glas.
Craquelé oder Eisglas
Als Craquelé (frz. craqueler = rissig werden lassen; craquelé = rissig, gesprungen) bezeichnet man das gewollte, maschenartige Netz von Rissen im Glas. Das noch heiße Glas wird kurz in einem Wasserbad abgeschreckt. Dadurch wird die Oberfläche schockartig abgekühlt. Sogleich wird der Grundkörper wieder mit flüssigem, heißem Glas überzogen.
Spinnung
Der noch heiße Glasgrundkörper wird Freihand oder mit Hilfe einer Spinnmaschine mit einem heißen Glasfaden umsponnen. Der Faden kann anschließend komplett mit dem Grundglas verschmolzen und weiterbearbeitet werden oder als erhabener Fadendekor auf der Oberfläche des Glases belassen werden.
Applikationen oder Auflegearbeiten
Der noch heiße Glasgrundkörper wird einem kleinen Posten flüssigen Glases in Form von Tupfen, Nuppen, Bändern, etc. belegt und verziert.
Irisierung & Axum
Das noch heiße Glas wird mit Alkohol, Metalloxyden und Säuren bedampft. Dadurch entsteht ein regenbogenfarbiger, irisierender Effekt mit mattem Glanz - die Irisierung. Wird das irisierte Glas nochmals in die offene Flamme des Ofens gehalten, entsteht eine matt glänzende Oberfläche - der Axum-Effekt.